mercredi 21 janvier 2009

Turnierbericht Jöllenbeck

Auf der Turbine-Seite könnt ihr den Bericht über das vergangene Hallenturnier in Jöllenbeck lesen. Er wurde von Nadine Bieneck verfasst und ist unter diesem Link zu finden: http://www.ffc-turbine.de/newsmeldung.php?id=15300&s=0809.

Turbinen holen auch 2009 den 3. Platz in Jöllenbeck

Bernd Schröder: "Wir haben unser Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft."

Mit einem per se guten 3. Platz schloss das Bundesliga-Team des 1. FFC Turbine Potsdam das 30. Internationale Hallenturnier in Jöllenbeck ab. Damit erfüllten die "Turbinen" zwar die Vorgabe des Trainers, zufrieden geben wollte der sich mit der Leistung seiner Mannschaft dennoch nicht.

Zum zwölften Mal in Folge nahm der 1. FFC Turbine Potsdam 2009 bereits am Internationalen Hallenturnier des TuS Jöllenbeck teil, welches in diesem Jahr bereits seine 30. Auflage feierte. Über die Jahre hinweg hat sich die Veranstaltung zum bestbesetzten Hallen-Frauenfußballturnier Europas entwickelt. "So etwas gibt es so schnell nicht wieder", anerkannte auch Turbine-Trainer Bernd Schröder das Event. Die Potsdamerinnen nehmen bereits traditionell alljährlich an dem Jöllenbecker Hallenspektakel teil, welches auch in diesem Jahr wieder als optimale Vorbereitung auf den am kommenden Samstag stattfindenden DFB-Hallenpokal funktionierte.

"Da war mehr drin", erklärte Schröder dann auch nach der Siegerehrung, bei der die "Turbinen" immerhin mit dem dritten Podestplatz ausgezeichnet wurden und mit Jennifer Zietz und Gaёlle Thalmann darüber hinaus jeweils die zweitbeste Spielerin und Torhüterin des Turniers stellten. Eben die beiden nahm der Turbine-Trainer auch von seiner Generalkritik aus: „Jenny hat kämpferisch und von ihrer Persönlichkeit her in jedem Spiel 100% gebracht, Gaёlle hat ihre Sache sehr gut gemacht und wurde nicht umsonst zur zweitbesten Torfrau des Turniers gewählt“. Und doch hatte sich Trainer Schröder sicher wie die ebenfalls zahlreich vor Ort vertretenen Turbine-Fans mehr vom Turnierverlauf erhofft.

"Schuld" daran hatte sicher nicht nur der furiose Auftakt der "Torbienen", die mit drei Siegen in Folge loslegten. In der Vorrunde, die im Jeder-gegen-Jeden-Modus mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde, ging es für Turbine gegen Kopparsberg/Göteborg FC, Sechstplatzierter der schwedischen Liga 2008, Fortuna Hjørring, Dänemarks amtierendem Pokalsieger und Hallenmeister 2008 sowie den deutschen Zweitligisten FC Gütersloh 2000. Mit einem 2:0-Sieg nach Toren von Babett Peter und Anja Mittag über die Schwedinnen aus Göteborg startete Turbine also optimal ins Geschehen. Es folgte im zweiten Gruppenspiel die Begegnung mit der Mannschaft aus Hjørring - eine klare Angelegenheit für die "Torbienen", was auch der 3:0-Endstand nach Treffern von Leni Kaurin, Babett Peter und Isabel Kerschowski bestätigte. Vom FC Gütersloh trennte sich Potsdam nach einem Doppelpack von Spielführerin Jennifer Zietz anschließend mit 2:0. Über den Grund für die klare und auch verdiente 1:3-Niederlage gegen Göteborg im ersten Rückspiel der Gruppenphase grübelt sicher nicht nur Potsdams Trainer Bernd Schröder immer noch. Bei den "Turbinen" lief in der Begegnung nichts zusammen, es war das am ersten Spieltag mit Abstand schlechteste Spiel der Potsdamerinnen. Die Schwedinnen, die nach einer Anlaufzeit nun im Turnier angekommen schienen, gingen zunächst mit 3:0 in Führung, ehe Jennifer Zietz auf 1:3 verkürzen konnte. Bei diesem Ergebnis blieb es dann aber auch - ein denkbar unangenehmer Abschluss des ersten Turniertages.

Am heutigen Sonntag, dem zweiten Turniertag, fanden die "Turbinen" nur schwer ins Turnier, "wir brauchten viel zu lange, bis wir wieder da waren", konstatierte folglich auch Trainer Bernd Schröder. Dazu kam, dass mit Marie-Louise Bagehorn (grippaler Infekt) eine Spielerin ersatzlos ausfiel, Torhüterin Desirée Schumann pausierte wie bereits schon am Samstag angeschlagen ("da wollten wir kein Risiko eingehen", so Schröder). Im ersten Spiel des Tages lieferten sich die "Turbinen" mit den Däninnen von Fortuna Hjørring einen sehr robust geführten Schlagabtausch, wovon auch zwei verhängte Zeitstrafen (eine pro Seite) zeugten. Die Däninnen gingen früh in Führung, Isabel Kerschowski konnte - per Kopf - zum 1:1 ausgleichen. Bei diesem Ergebnis blieb es schließlich bis zum Abpfiff. Im insgesamt sechsten und letzten Vorrundenspiel ging es für das Schröder-Team also gegen Zweitligist Gütersloh und um den Gruppensieg. Es war erneut kein gutes Spiel der "Turbinen", die es zudem verpassten, ihre Torchancen zu nutzen. So schlug Gütersloh eiskalt zu und entschied das Spiel mit einem Treffer durch Kristina Gessat am Ende mit 1:0 für sich. "Eine absolut unnötige Niederlage, die uns so nie hätte passieren dürfen", schimpfte Trainer Schröder nach dem Abpfiff, "wir hätten ein Aufeinandertreffen mit Duisburg im Halbfinale gern vermieden, zumal der FCR ebenso wie wir mit diesem Duell erst im Finale geliebäugelt hatte". So ärgerte sich Trainer Schröder insbesondere über die "fehlende Einstellung so mancher Spielerin", welche die Vorrunde wohl zu leicht genommen hätten: "da hat uns die Abgeklärtheit gefehlt, um die stark aufspielenden Duisburgerinnen im Halbfinale zu umgehen".

So musste Potsdam also bereits im Semifinale gegen Titelverteidiger Duisburg antreten. Und der ging bereits nach 20 Sekunden durch Ex-Turbine Sonja Fuss mit 1:0 in Führung. Wer nun jedoch gedacht hatte, dass damit ein munteres Scheibenschießen des FCR angepfiffen worden war, sah sich getäuscht. Die "Turbinen" berappelten sich, hielten gegen und spielten zunehmend besser auf. So bot sich den Zuschauern in der proppevollen Halle schließlich ein offener Schlagabtausch und ein absolut attraktives und ausgeglichenes Spiel. Youngster Tabea Kemme erzielte schließlich den wichtigen 1:1-Ausgleich - dabei blieb es jedoch bis zum Abpfiff der Partie. Der Einzug ins Finale musste somit im Neunmeterschießen fallen. Spannung pur in der Sporthalle der Realschule Jöllenbeck. Zunächst konnte Gaёlle Thalmann den Auftaktschuss von Charline Hartmann parieren. In Folge verwandelten Sonja Fuss und Linda Bresonik für den FCR, Babett Peter und Jennifer Zietz trafen für Turbine. Duisburgs Torfrau und ebenfalls Ex-Potsdamerin Christina Bellinghoven parierte anschließend gegen Stefanie Draws; Faemke Maes, Isabel Kerschowski, Annike Krahn und Anja Mittag verwandelten jeweils. Somit ging es von vorn los. Bresoniks Schuss saß, Bellinghoven hielt anschließend jedoch gegen Peter - damit stand Duisburg im Finale.

Für die "Turbinen" ging es damit wie schon im Vorjahr um Platz 3. Da wollte das Schröder-Team nun nichts mehr anbrennen lassen und zeigte deutlich, dass es das Spiel gewinnen wollte. Turbine spielte die Däninnen von Fortuna Hjørring förmlich an die Wand. Nach Treffern von Jennifer Zietz, Leni Larsen Kaurin und Isabel Kerschowski stand nach 2x10 Minuten ein 3:0-Sieg zu Buche. Auch das Finale war eine klare Angelegenheit, der FCR Duisburg verteidigte mit einem 7:3-Sieg gegen Stabæk FK den im Vorjahr erstmals gewonnen Pokal der Sparkasse Bielefeld souverän. Erstaunlich, so Turbine-Trainer Bernd Schröder, dass "bis auf Stabæk alle nordländischen Mannschaften am heutigen zweiten Turniertag schließlich völlig einbrachen".

"Zwei, drei gute Spiele von insgesamt sechs bei solch einem gut besetzten Turnier wie in Jöllenbeck reichen einfach nicht", konstatierte Bernd Schröder nach Turnierende, und ergänzte: "einige unserer Führungsspielerinnen haben unter ihren Möglichkeiten gespielt". Am Ende sei das Jöllenbecker Hallenspektakel eine "gute Vorbereitung auf den DFB-Hallenpokal in Magdeburg am nächsten Samstag gewesen". Immerhin habe sich niemand verletzt, außerdem hätte er einige wichtige Erkenntnisse für den Turnier-Kader am kommenden Wochenende gewonnen, so Schröder, der am Ende dem Wochenende dann doch auch noch einen positiven Aspekt abgewinnen konnte: "Wir haben phasenweise gezeigt, auf welch hohem Niveau wir spielen können. Nehmen wir das als gutes Omen für den Hallenpokal am nächsten Samstag". Dass da mehr kommen muss, wissen auch die „Torbienen“ – schließlich wollen sie den 2008 zum dritten Mal gewonnenen Hallenmeistertitel auch 2009 verteidigen.

Für den 1. FFC Turbine Potsdam spielten: Gaёlle Thalmann, Babett Peter, Stefanie Draws, Jennifer Zietz, Viola Odebrecht, Bianca Schmidt, Isabel Kerschowski, Leni Larsen Kaurin, Anja Mittag, Tabea Kemme, Marie-Louise Bagehorn; ebenfalls im Kader aber ohne Einsatz: Desirée Schumann

Die Endplatzierungen des 30. Internationalen Hallenturniers in Jöllenbeck:
1. FCR Duisburg 2001
2. Stabæk FK
3. 1. FFC Turbine Potsdam
4. Fortuna Hjørring
5. Kopparbergs/Göteborg FC
6. FC Gütersloh 2000
7. Herforder SV
8. Odense BK

Bildquellen: http://www.turbinefans.de/, http://www.magicpics.de/saison-2008-2009/joellenbeck-2009

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